Leserbrief Schulkonsens
Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,
hiermit möchte ich mich als Mutter, Fraktionsvorsitzende, Ratsmitglied, Mitglied des Jugendhilfeausschusses und IHK geprüfte Ausbilderin zu den Diskussionen des Grevenbroicher Schulkonsenses äußern.
Scheinbar hat man in Grevenbroich übersehen dass man mit der Existenzangst der Hauptschulen und Realschulen spielt. Dies wird gerade jetzt kurz vor den Anmeldungen noch geschürt.
Jede Schule ist die Beste, die für den Individualisten, Namens Kind die Beste ist.
Ebenso vermittelt sich der Eindruck dass nur das Abitur der heilige Gral der Bildung ist, mit diesem
Leistungsdruck müssen Kinder klarkommen. Selbstverständlich ist dass Abitur der Beste Abschluss den ein Jugendlicher leisten kann, der demografische Wandel bringt aber perspektivisch mit dass wir Bessere und gesicherte Zukunftsperspektiven für unsere Arbeiterjugend haben. Wir dürfen alle Dankbar sein das wir die fleißigen Handwerker ausbilden dürfen die frühzeitig in unsere Rentenkassen einzahlen werden. Außerdem haben im vergangenen Jahr 70 ehemalige Grevenbroicher Realschüler ihr Abitur gemacht.
Ebenso hat man in Grevenbroich übersehen dass Rommerskirchen nicht vom demografischen Wandel gepackt worden ist und dass auch nicht zu erwarten ist.
Wir verfügen über drei Grundschulen die circa jedes Jahr 140 Schüler auf die weiterführenden Schulen in den umliegenden Städten entlassen. Im Jahr 2010 gingen 79 Kinder und in 2011 waren es 74 Kinder die zu den weiterführenden Schulen von Hauptschule bis Gymnasium wechselten.
Um dem demografischen Wandel und somit der Überlebensfähigkeit aller vier Haupt- und Realschulen in Grevenbroich gewährleisten zu können, kann man das Konzept der Realschule Bergheimer Straße mit Bildung von Profilklassen sehr gut auf alle 4 Schulen übernehmen ohne dass eine der Schulen in eine Gesamtschule umgewandelt werden müsste. Jedes Kind kann erst einmal Wohnortnah eingeschult werden. Freunde sollten aber auch zusammenbleiben können. Hauptschüler und Realschüler würden gleichzeitig eingeschult. Im Zuge der Bildung von Profilklassen ergeben sich im Vorfeld die Neigungen und Förderung der Talente. Alle 4 betroffenen Schulen in Grevenbroich bekämen so die Möglichkeit autark zu bleiben und die KHS könnte ihren Status als Katholische Schule beibehalten. Die Kinder die nach 10 Jahren ihr Abitur machen können finden in Grevenbroich eine Auswahl an Gymnasien und die Kinder die dem Druck des Turboabiturs nicht erliegen möchten könnten ein Jahr länger bis zum Abitur die Oberstufe der Gesamtschule besuchen. Es wäre leichter und preiswerter die Gesamtschule für die Oberstufe zu erweitern. Außerdem wissen wir bis jetzt noch nicht ob sich die Schullandschaft insofern verändern wird als dass Förderschulen aufgelöst werden. Im Zuge der Inklusion ist mittelfristig davon auszugehen dass sich die Schülerzahlen erhöhen werden.
Der wichtige Faktor Ganztag den es seit jeher in den Ländern mit den besten Pisastudien gibt sollte man definitiv umsetzen, durch den Ganztag würden mehr Lehrerstellen bewilligt. Der Ganztag bringt auch mit sich das sich ein noch besseres Vertrauensverhältnis zwischen Schülern und Lehrern aufbauen lässt. Eltern haben es dadurch einfacher berufstätig zu bleiben und alle Kinder deren Eltern nicht über die finanziellen Mittel der Übermittagsbetreuungskosten verfügen wäre auch weitergeholfen.
Außerdem sehen wir in allen Schulsystemen dringend den weiteren Bedarf dass die Kinder und Jugendlichen
sich nicht nur für eine Wissensschiene entscheiden sollen könnten, viele Mathematiker sind musikalisch, die Sprachbegabten können gute Informatiker sein etc. Es gilt alle Möglichkeiten aus unseren Kindern das Beste herauszuholen.
Abschließend möchte ich ganz offen sagen, dass wir als FDP hier in Rommerskirchen natürlich auf der politischen Ebene an einer weiterführenden Schule vor Ort sehr interessiert sind, wir wollen aber keine bestehenden Schulen gefährden. Die Kosten würden wir im gesamten Rhein- Kreis- Neuss zahlen.
Genauso zahlen wir eventuelle Fehlentscheidungen wie brachliegende Schulgebäude etc.
Mit freundlichen Grüßen,
Eva Alice Oßwald
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